Leben und Wirken der hl. Aldegundis

Lebensgeschichte der heiligen Aldegundis

von Pfarrer Otto Dittrich, Staffelstein, 1970.
 

Vorbemerkung:

Pfarrer und Dekan Otto Dittrich, viele Jahre Pfarrer in Staffelstein/Franken,  hat wie kein anderer Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre Leben und Wirken der heiligen Aldegundis erforscht, ebenso die Verehrung der Heiligen bis zu heutigen Tag. Zusammengefasst hat er seine Recherchen in seinem 1976 erschienenen Buch „St. Aldegundis, eine Heilige der Franken“. Im Rahmen seiner Recherchen besuchte Pfarrer Dittrich nahezu alle Gemeinden mit Verehrung der Heiligen in Deutschland, den Niederlanden, in Belgien, Frankreich und Luxemburg.
 

Der nachfolgende Text stammt aus dem Konzept einer Vortragsreihe, die Pfarrer Dittrich in den Jahren 1970-1973 hielt:
 

Die Lebensgeschichte

Wie bei vielen Heiligen hat die Liebe und Verehrung des gläubigen Volkes im Mittelalter auch in das Aldegundis-Leben viele legendäre Züge hineingewoben. Wir wollen zunächst versuchen, die rein geschichtlichen Daten aus ihrer Lebensgeschichte herauszuschälen.
 

Der Name „Adelgundis“ bedeutet „Edle Kämpferin“. Die ältere Form lautet „Aldegundis“, das von den Flamen und Wallonen in „Aldegonde“ verwandelt wurde. Nach übereinstimmender Überlieferung wurde Adelgundis um 630 in Cousolre im Hennegau geboren als zweite Tochter des reichen und mächtigen Grafen Walbert IV aus dem Geschlecht der Merowinger. Dagobert I. stand damals an der Spitze des von seinem Vater Chlotar II wiedervereinigten Frankenreiches. Er führte ein ziemlich friedliches Regiment und ließ die Kirche ihre segensreiche missionarische und caritative Tätigkeit ungehindert entfalten.
 

Auch Walbert war wie seine Brüder ein blutiger Raufbold und diente als Heerführer in der Palastgarde des Königs. Doch steckte auch ein guter Kern in ihm und gegen Ende seines Lebens zog er sich – wohl auch unter dem Einfluss seiner frommen Töchter Waltraud und Adelgndis – als Einsiedler in die Wildnis zurück, um sich dem Gebet und der Buße hinzugeben und seine Reichtümer großherzig für die Armen zu verwenden.
 

Die Mutter, Berthilia, eine thüringische Fürstentochter, hatte wohl ihren beiden Töchtern eine gute christliche Erziehung zuteilwerden lassen, hätte aber scheinbar doch alle beide am liebsten in einer standesgemäßen Ehe glücklich verheiratet gesehen. Bei ihrer großen Tochter Waltraud erfüllte sich dieser Wunsch. In einer glücklichen Ehe mit dem Fürsten Madelgar gebar sie vier Kinder, was allerdings nicht hinderte, dass die beiden Eltern nach dem Heranwachsen ihrer Kinder ihre Ehe auflösten und in eigene von ihnen gegründete Klöster gingen, die sie bis zu ihrem Tode leiteten.
 

Madelgar gründete in Haumont ein Kloster und leitete es bis zu seinem Tode unter dem Namen „Vinzenz“ Waltraud stiftete das Kloster „Chateau-Lieu, aus dem sich die heutige belgische Stadt Mons entwickelte. Der Schrein mit ihren Reliquien befindet sich in ihrer Kirche St. Waudru, einer wundervollen gotischen Kirche von den Ausmaßen eines Domes und wird alljährlich am Dreifaltigkeitsfest auf einem vergoldeten Prunkwagens in feierlicher Prozession durch die Stadt geführt, von sechs Pferden gezogen und umbrandet von dem Jubel und der Verehrung des gläubigen Volkes.
 

Bei ihrer zweiten, um zehn Jahre jüngeren Tochter Adelgundis stieß Berthilia mit ihren Heiratsplänen von Anfang an auf hartnäckigen Widerstand und das führte scheinbar zu einem zeitweiligen tiefen Konflikt zwischen Mutter und Tochter, der zur Flucht der Tochter aus dem Elternhaus führte. Dadurch erschüttert und ernüchtert kam Berthilia zur Einsicht und ließ ihre Tochter gewähren Als ihr Mann in seiner Einsiedelei gestorben war, widmete auch sie sich unter Adelgundis Zureden über die Nichtigkeit der irdischen Güter einem zurückgezogenen Leben, das der Sorge und dem Dienste an den Armen und Notleidenden geweiht war.

So kam es, dass die beiden Ehegatten Walbert und Berthilia in ihrer Heimat Cousolre bis zum heutigen Tage als Heilige verehrt werden, deren Figuren am Hochaltar der dortigen Kirche das Bild ihrer Tochter flankieren.
 

Die bedeutendste Gestalt in dieser Familie war ohne Zweifel Adelgundis. Sie scheint schon als zartes Kind ein besonders aufnahmefähiges Herz für die übernatürliche Welt des Glaubens gehabt zu haben und wenn man den Biographen glauben darf, muss sie schon in frühester Jugend vertrauten Umgang mit Christus, den heiligen Engeln und dem Apostel Petrus gehabt haben, die sie teils im Glauben unterrichteten, teils in ihrem Vorhaben der Brautschaft Christi bestärkten und in Anfechtungen trösteten.
 

In der damaligen Zeit kannte man noch keine Mystik in der Kirche, die erst im Mittelalter zur Blüte kam. Trotzdem wird man nicht alle derartigen Visionen und mystischen Erlebnisse der heranwachsenden Jungfrau samt und sonders in das Reich der Legende und der Dichtung verweisen dürfen. Sie schrieb ja auch ihre visionären Erlebnisse in lateinischer Sprache nieder und übergab sie ihrem Seelenführer, dem heiligen Abt Sulpinus von Nivelles. Sie sollen in verschiedenen Klöstern die Runde gemacht haben. Tatsache ist jedenfalls, dass Adelgundis sich schon sehr frühzeitig zu einem Leben ungeteilter Hingabe an den Dienst Gottes entschloss und sich in diesem Entschluss durch nichts mehr irremachen ließ.
 

In ihrem Leben spielte eine große Rolle der heilige Bischof Amandus, der auch der Apostel Flanderns genannt wird. Er war ursprünglich Bischof von Maastricht, später in Haumont, wo Madelgar, alias Vinzenz, sein Kloster gründete. Außerdem sind die Bischöfe Aubertus von Cambrai und Eligius von Noyon zu nennen. Nach mancher Lesart soll Amandus, nach anderen Aubertus, Adelgundis nach vorausgegangener Prüfung zur Klostergründung ermutigt und sie feierlich eingekleidet und zur Äbtissin geweiht haben. Eine dritte Lesart sagt, dass die beiden Bischöfe dabei beteiligt waren. Es war im Jahre 661. Sie wäre also 31 Jahre alt gewesen.
 

Die Klostergründung.
Mit ihrem reichen väterlichen Erbe gründete die Heilige 15 km westlich ihres Geburtsortes Cousolre an den Ufern der Sambre mitten in einer unwirtlichen Wildnis ein Kloster, für das erst große Rodungen durchgeführt werden mussten. Adelgundis gab dem Platz den Namen „Malbodium“ (französich: Mauvais bois = schlechter, schlimmer Wald), aus dem sich der Name der heutigen Stadt Maubeuge entwickelte.
 

In einer Urkunde, die in Abschrift noch vorhanden ist und am 10. Juni 661 unterzeichnet wurde, vermachte Adelgundis ihren sämtlichen Besitz zur Ehre Gottes und zum Wohl der Armen. Einerseits sorgte sie damit für den gesicherten Fortbestand ihrer frommen Stiftung und für den Lebensunterhalt ihrer geistlichen Töchter und der zu ihrer Betreuung angestellten Priester, andererseits bestätigte sie damit ihre große Liebe zu den Armen und Kranken, in denen sie die Brüder und Schwestern Christi sah. Übrigens ist die genannte Urkunde auch von der heiligen Waltraud, dem heiligen Abt Vinzenz und dem heiligen Bischof Landrich unterschrieben. Darin können wir wohl den Beweis sehen, dass es sich um Familiengüter handelte, über die Adelgundis mit dem Einverständnis ihrer engsten Familienangehörigen verfügte. Wahrscheinich befand sich dabei auch die Mitgift ihrer beiden Nichten Adeltrud und Madelberta, die wir von allem Anfang an in der neuen Stiftung von Maubeuge antreffen und die auch die beiden nächsten Nahfolgerinnen ihrer Tante in der Leitung des Klosters werden sollten.
 

Die Klosterregel:

Nachdem also die Stiftung Maubeuge fertiggestellt und besiedelt und für ihre materielle Sicherheit gesorgt war, machte sich Adelgundis an den inneren Aufbau ihres Werkes, vor allem durch die Verfassung einer Regel für das gemeinsame Leben ihrer geistlichen Familie. Sie baute dieselbe auf der Pflege der Demut als der Grundlage aller Tugend auf, ferner auf einer strengen klösterlichen Zucht und Disziplin, die sie freilich als gotterleuchtete Person stets mit der richtigen Klugheit und Güte wahrzunehmen wusste. Außerdem gehört das gemeinsame kirchliche Chorgebet zu den Hauptaufgaben des Konvents.
 

Sicher hat sich Adelgundis bei der Abfassung ihrer Regel auch von ihren frommen und heiligmäßigen Freunden beraten lassen, wie von den heiligen Bischöfen Amandus, Aubertus, Eligius, dem Abt Sulpinus, ihrer Schwester Waltraud und ihrem Schwager Vinzenz, die in den Dingen des geistlichen Lebens Erfahrung hatten.
 

Manche ihre Biographen wollten der Heiligen unterstellen, dass sie die Regel des heiligen Benedikt übernommen und also Benediktinerin gewesen sei. Das dürfte aber kaum stimmen. Wohl war die Benediktinerregel im 7. Jahrhundert von England bereits nach Frankreich und der Schweiz gelangt, aber eine größere Verbreitung dürfte sie im 7. Jahrhundert wohl kaum schon gehabt haben. Aus allen Urkunden der Stiftung Maubeuge geht hervor, dass es sich hier stets um ein adeliges Damenstift handelte mit einer kirchlich benedizierten Äbtissin, also sozusagen um ein Chorfrauen- oder Kanonissenstift, das nichts mit einem Benediktinerinnenkloster zu tun hatte.
 

Krankheit und Tod der Heiligen:

Auf vielen Bildern der Heiligen sehen wir an ihrer Seite auch einen Engel dargestellt, der ihr das Kreuz entgegenhält. Das soll bedeuten, dass sie als echte Christusjüngerin ihrem Herrn und Meister auch das Kreuz in ihrem Leben nachzutragen hatte. In ihrem letzten Lebensabschnitt erfasste sie ein böses Krebsleiden an der Brust, das ihre Lebenskraft langsam aufzehrte und ihr große Schmerzen bereitete, Fieber und Durst gesellten sich dazu. Ihr Tod fiel wahrscheinlich auf den 30. Januar 686 weshalb ihr Fest bis heute noch an diesem Datum gefeiert wird.
 

Zuerst fand sie ihr Grab in Cousolre an der Seite ihrer Eltern. Nach einigen Jahren ließ sie ihre Nichte und Nachfolgern, Adeltrudis, an einem 13. November nach Maubeuge überführen, wo ihre Gebeine jahrhundertelang in der Krypta der rechten Seitenkapelle des sogenannten alten Münsters ruhten und bald das Ziel zahlreicher Pilger waren die in verschiedenen Anliegen, besonders aber in Krebsleiden und anderen Krankheiten, ihre Hilfe anriefen.
 

Wir sehen deshalb den Krebs sehr häufig bei ihr abgebildet. Wann ihre Kanonisierung erfolgte, ist nicht mehr feststellbar. Ihr Name ist bereits in einer Heiligenlitanei Ludwigs des Frommen (778 – 840) zu finden und ebenso in den ältesten deutschen Martyrologien, z.B. des Rhabanus (+ 850), Usuardus (+ 875) und des Notker (+ 812)

Chronik der Reliquien der hl. Aldegundis

Jean HEUCLIN – la Voix du Nord

Orientierungspunkte der Geschichte von Reliquien der hl. Aldegundis
 

Im Jahr 798 Übertragung und Erhebung (élévation) von Reliquien von St. Aldegund durch den bischöflichen Erneuerer Hildoard von Cambrai. Bau einer neuen Kirche St. Peter und Paul und Übertragung der Aldegundisreliquien von der Gedächtnisstätte in Cousoire in das 12 km entfernte Maubeuge. Von dort wurden sie zur kaiserlichen Abtei von Saint-Riquier - Bau der Abtei begann bereits im 8. Jahrhundert, zur Zeit der Karolinger wurde das Kloster von bekannten Persönlichkeiten, wie Angilbert und dem Kaiserenkel Ludwig geleitet. – und dann St. Vaast von Arras, wo ein Altar auf St. Aldegundis geweiht wurde. Dort wurde auch ein Epitaph des großen Meisters der Schule, Alkuin – Berater und Biograf von Karl dem Großen – errichtet.
 

Am 26. 3. 1039 wurden im religiösen Zusammenhang des 11. Jh. die Reliquien von St. Aldegundis von der Krypta der alten Kirche in einen Holzsarg übertragen und in die Kirche Peter und Paul zur Verehrung gestellt. Bei dieser Gelegenheit wurde eine neue, populäre Biographie durch den Priester Thierry von St. Hubert verfasst, der ein Bruder der Äbtissin Ansoalde war. Der Ortsname von Maubeuge entwickelte sich gemäß der Legende der Gründerin über malbodium (mal bois - schlechter Wald).
 

Am 6. 6. 1161 begann der Aufstieg der Tuchfabrikation, das Wein- und Ledergeschäft in Maubeuge gefördert durch das Flussnetz von Maas und Rhein. Dies regte die Bischöfe von Cambrai an, das komfortable Klosterleben der Kanonikerdamen zu reformieren, die durch den Prediger Jacques de Vitry (1165 – 1240) am Ruf der zisterziensischen Armut gemessen wurden. Stur und mit Unverfrorenheit wiesen die Damen den Wechsel ihrer Statuten, die seit 200 Jahren galten, zurück; dieser Vorgang begleitete lange Zeit einen Prozess in Rom. In diesem Streit förderten sie die Verehrung ihrer Gründerin dadurch, daß sie einen neuen silbernen Reliquienschrein mit goldenen Verzierungen erstellen ließen. Der Körper und der Kopf wurden dann in Anwesenheit des Erzbischofs von Cambrai, Nicolas, in zwei verschiedene Behälter deponiert. Nicolas war ein Bruder von Gossuin, Burggraf von Mons, sowie des Bischofs von Laon, Gautier von Mortagne und Graf Balduin IV (Baudouin IV) von Hainaut; es war das gleiche Vorgehen wie 1157 zu Mons. Das Datum vom Pfingstdienstag bezeichnet den Beginn einer imposanten und populären Prozession bis 1265.
 

Am 26. 5. 1439 in Zeiten florierender Wirtschaft traf Maubeuge die Pestplage, den Klimawandel und die Zerstörungen durch Straßenräuber. Die Kirche war durch das päpstliche Schisma während des Konzils von Basel geprägt. Flagellanten-Bruderschaften führen Heilig-Blut-Prozessionen durch, die in großartigen Kirmesallüren und in Konkurrenz zur Aldegundisverehrung auftreten. Das Kapitel beschloss, die Prozession mit Feierlichkeiten wieder aufzunehmen. Am 26. 5. 1439, dem Pfingst-Mittwoch erfolgte eine Überführung der Reliquien von St. Aldegund durch den Koadjutor von Cambrai in ein goldenes und silbernes Reliquiar, das mit Skulpturen aus dem Leben der Heiligen geschmückt wurde. Besitzstolz zeigend wurde der Kopf in einem Reliquiar eingebracht, der mit einer Diamantenkrone und einer Edelsteinkette geschmückt wurde und die vorherige Blumenkrone seit Beginn der Prozession ersetzte.
 

Am 6. 5. 1478 wurde der wertvolle Reliquienschrein während eines Einfalls durch Truppen Ludwig XI. zerstört; es verblieb ein kleiner Rest, wie eine Beschreibung aus 1482 belegt.
 

Die schwarzen und dann grauen Schwestern stifteten ein Hospital für die Stadt. – Der Chef von St. Aldegundis zog dann Geld-einsammelnd durch die Niederlande um die Gebäude des Kapitels wieder aufzubauen.
 

Am 16. 6. 1503 wurde ein neues Silber-Reliquiar erstellt, geschmückt mit goldenen und Edelstein Preziosen sowie acht Medaillons mit Szenen aus dem Leben der hl. Aldegundis. Ein Inventar über alle Reliquien und Ausschmückungen der Kirche von St. Aldegund wurde 1520 erstellt. Die Kirche von Cousoire wurde von 1503 bis 1525 wieder errichtet.
 

Im Jahre 1559 wurde der Frieden von Cateau-Cambrésis in Cateau-Cambrésis, südöstlich von Cambrai, zwischen Heinrich II. von Frankreich, Philipp II. von Spanien und Elisabeth I. von England geschlossen. Der Friede beendete die französisch-spanische Auseinandersetzung um die Vorherrschaft in Europa, insbesondere in Italien. - Der Friede von Vervins (2. Mai 1598) beendete den von Spanien seit 1590 gegen Frankreich geführten Krieg. Die Regelungen des Friedens von Cateau-Cambrésis von 1559 wurden weitgehend bestätigt; der spanische König Philipp II. verzichtete für sein Reich auf sämtliche Ansprüche gegen Frankreich. Der Konflikt mit den Protestanten in den Niederlanden bildete auch einen wichtigen Hintergrund. Die Gegenreformation wurde von Oratorien und Jesuiten getragen; letztere trugen sehr zur Verbreitung des Aldegundis-Kultes bei; St. Aldegund wurde so zur Patronin der Niederlande mit einem Seiten-Blick auf die Franzosen seit den Jahrtausenfeiern von Maubeuge im Jahre 1661.
 

Im Jahr 1678 wurde im Zuge des Friedens von Nijmegen Maubeuge stärker in die Interessensphäre von Frankreich einbezogen. Vauband baut eine Festung aus, die Stadt wurde eine Garnison. Das Kapitel zog sich mit Erfolg zurück, behielt seine Waldgüter und baute ein Pensionat für junge Mädchen aus guten Familien.
 

Die letzte feierliche Prozession der Aldegundisreliquien war 1791, begleitet durch französische Gardisten und vor der Auflösung des Kapitels und den Verkauf als nationales Gut. Das Reliquiar wurde durch die Bevölkerung und den Gemeindeverwalter vor der Requisite am 4. 10. 1792 gerettet.
 

Am 26. 6. 1808 wurden die Reliquien in einen aus vergoldetem Holz erstelltem Reliquiar eingebracht, der beim Einzug der Preußen in die Stadt am 30. 6. 1815 wieder zerstört wurde.
 

Eine erneute Erhebung der Reliquien erfolgte 1819, deren Reste wurden dann in einen Behälter aus Hirschhaut platziert, der wiederum in ein vergoldetes, kupfernes Reliquiar in Form der Kirche mit Szenen aus dem Leben von St. Aldegund deponiert wurde. Aber dieser wurde dann während der Belagerung am 16. 5. 1940 durch die Wehrmacht zerstört.
 

Am 30. 1. 1971 schuf Felix Roulin ein modernes Reliquiar. Dieser enthält die Reste des Ossuariums, das 1815 zerstört wurde.
 

Übersetzt von Dr. Hans Jürgen Arens im März 2021